Baltikum – Finnland – Schweden: Auf Umwegen nach Hause

Island – hin- und hergerissen

09.12.2018 Kommentare (0) Reisen

Stop-over auf den Färöer-Inseln

Als wir in Torshavn, der kleinen Hauptstadt der Färöer-Inseln, von Bord der Norröna rollen, ist es schon fast Mitternacht. Und dunkel und ziemlich nass. Wir wundern uns ein wenig, wie viele Fahrzeuge diesmal von der Fähre strömen. Für die Suche nach einem Übernachtungsplatz hätten wir jetzt weder Lust noch Energie und sind froh, dass wir uns auf dem kleinen Campingplatz in Hafennähe einen Platz reserviert haben. Tatsächlich stehen die Fahrzeuge vor der Zufahrt Schlange. Wir ergattern noch ein Plätzchen am nördlichen Ende.

Stop over auf den Färöer InselnMorgens stellen bei Tageslicht fest: Die sanitären Anlagen sind recht gut und der Platz liegt zwar gleich am Meer, ist aber eigentlich nichts anderes als ein geteerter Parkplatz mit zwei Reihen. Christel fällt plötzlich auf, dass der Deckel vom Wassertank fehlt, nur der offene Einfüllstutzen glotzt uns entgegen. Eigentlich bin ich sicher, den Deckel vor zwei Tagen ordentlich verschlossen zu haben, aber entweder bilde ich mir das nur ein oder er hat sich irgendwie los gerüttelt. Wie auch immer, das Problem muss natürlich gelöst werden. Ich bin sicher, dass ich hier so schnell keinen Ersatz finden werde und entscheide mich für ein paar Streifen Panzertape. Und bestelle gleich darauf zwei Ersatzdeckel per Email nach Hause.

Nach dem Frühstück machen wir uns vom Acker. In den etwas mehr als zwei Tagen Aufenthalt vor der Weiterfahrt nach Island wollen wir ein paar Ecken erkunden, die wir vor vier Jahren noch nicht gesehen haben und einigen schönen Stellen einen zweiten Besuch abstatten. Das Wetter ist typisch für die Färöer: Irgendwas um zehn Grad und zwischen grau und nass. Der Himmel ist dunkel und beinahe bedrohlich. Keine Sonne, aber trotzdem irgendwie tolles Foto-Wetter.

Stop over auf den Färöer Inseln

Unterwegs auf den Inseln begegnen uns ein paar Gänse und allerlei Seevögel, vor allem aber Schafe kreuzen dauernd unseren Weg. Von ihnen soll es hier mehr als Menschen geben. So ganz unwahrscheinlich erscheint uns das nicht.

Auf einer kleinen, kaum befahrenen Straße in der Nähe des Örtchens Eytur stoßen wir dann auf für uns zunächst unerklärliche Aktivitäten. Einige Männer in Ölzeug laufen geschäftig auf und an der Straße entlang und hantieren mit irgendetwas. Sie entpuppen sich als Fischer, die ihre Netze und Seile über mehrere Kilometer entlang der Straße ausgelegt haben, wahrscheinlich um sie zu ordnen und Schäden auszubessern. Wir überlegen, ob wir aus Respekt und Rücksicht lieber umdrehen, werden aber freundlich durchgewunken.

Übernachtungsplätze zum „frei Stehen“ sind selten auf der Inselgruppe. Auf einem Berg im Westen der Hauptinsel finden wir zwar einen schönen, einsamen Platz am Ende eine Sackgasse, aber dort ist es so ungemütlich, windig und neblig, dass wir doch weiter fahren. Da auch die Anzahl an Campingplätzen ziemlich überschaubar ist, entscheiden wie uns irgendwann, nachts weiter in Torshavn zu bleiben und uns von dort aus den verbliebenen Zielen im Norden und Nordosten zu widmen.

Ausgerechnet am letzten halben Tag scheint es das Wetter dann gut mit uns zu meinen. Die Sonne lacht uns an und – wie passend – Schäfchenwolken bevölkern den ansonsten blauen Himmel. Wir suchen kurz nach einem Parkplatz in Hafennähe. Die Chancen stehen schlecht, besonders für so etwas wie unseren Sprinter, zudem sind die Parkplätze kostenpflichtig und zeitlich begrenzt. Kurzerhand fahren wir zum Fährterminal und fragen, ob wir unseren „Esel“ bis zum Fahrzeug-Boarding irgendwo abstellen dürfen. Wir dürfen und haben damit nur wenige Schritte zur Altstadt und zum Zentrum. Nach einem ausgiebigen Foto-Spaziergang zieht es uns zum Abschied nochmal hinter das Rathaus zum Fisch-Imbiss auf eine überaus leckere und umfangreiche Portion Fish’n Chips. Und dann müssen wir auch schon los zum Check-in auf die Norröna.

Stop over auf den Färöer Inseln

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