Offroad-Scouting Toskana, Ligurien und Piemont

Färöer – zweieinhalb Tage Faszination

09.06.2014 Kommentare (0) Reisen

Eine Prise Pyrenäen, etwas Andalusien

Endlich kann es losgehen – Spanien, wir kommen. Im September 2013 unternahmen wir unsere erste, aber bestimmt nicht letzte Spanien-Reise. Bis zur französischen Grenze blieben wir auf der Autobahn, um dann in Frankreich deutlich kleinere Straßen zu nutzen. Wir genossen die wundervolle Aussicht, die uns das Fahren auf den Landstraßen bot und orientierten uns in Richtung Pyrenäen. Auf die Bergkette waren wir mächtig gespannt und freuten uns riesig auf die Schotterpisten und Pässe.

Den französischen Teil der Pyrenäen durchquerten wir in Richtung Andorra, wobei wir der Straße E9 folgten. Andorra ist ein wunderschöner kleiner Bergstaat, in dem man steuerfreie Einkäufe auch in Euro Währung zahlen kann.  So langsam näherten wir uns Spanien, oder genauer gesagt Katalanien. Hier trafen wir auf den Bergstraßen auf Esel, es war einfach großartig. Die spanische und die katalanische Sprache ähnelt sich zwar sehr, ist aber nicht identisch. Dank Google Übersetzer war das kein Problem.

Eine Prise Pyrenäen, etwas Andalusien

Nachdem wir einige wunderschöne Bergstraßen befahren hatten, wollten wir mehr. Es sollte richtig in die Berge gehen, von wo aus ein toller Ausblick möglich ist und wir wollten sehen, ob wir die Strecke packen.  Hierzu suchten wir uns ein paar traumhaft schöne Pisten aus.

Es war absolut klasse, auf Skipisten mit dem eigenen Offroader zu fahren – und das völlig legal.  Die Sessel waren zu dieser Jahreszeit an den Skiliften noch nicht eingehängt, aber die Lifte boten eine ganz ausgezeichnete Orientierungsmöglichkeit. Von dort oben hatten wir einen super Ausblick und konnten oftmals bis ins Tal schauen. Wir folgten einigen interessanten Strecken immer weiter in Richtung Westen und kamen dabei an so mancher Schneekanone vorbei, von denen einige schon für die kommende Saison startklar gemacht wurden. Dass in dieser Region im September schon Saisonende ist und die Hoteliers sich auf die kommende Wintersaison vorbereiten, war uns vorher nicht klar, sorgte aber dafür, dass kaum Touristen unterwegs und Zimmer ziemlich günstig waren.

Eine Prise Pyrenäen, etwas Andalusien

Weiter den Ausläufern der Pyrenäen folgend, schlugen wir ab Güesa einen südlichen Kurs ein. Eines unserer Hauptziele auf dieser Tour waren die Bardenas Reales, eine unglaublich schöne Gegend, die landschaftlich stark an den Südwesten der USA erinnert. Einen Tag lang durchstreiften wir dieses Gebiet, ohne nennenswert andere Fahrzeuge oder gar viele Menschen zu treffen. In einer Ecke der Bardenas hörten und sahen wir häufiger Jets in der Luft, ansonsten waren wir allein. Es ist eine traumhafte Gegend für uns, da wir die Einsamkeit und die Weite der Wüste lieben.

Unsere Neugier trieb uns weiter in Richtung Süden. Bei Murcia in Andalusien schlugen wir einen westlichen Kurs ein und gelangten so in die Nähe von Baza. Bei unseren Reisevorbereitungen waren wir durch einen Tipp eines Motorradreisenden auf die Cueva el Guindas, eine Art Höhlen-Ferienwohnung, aufmerksam geworden und hatten dort eine Übernachtung gebucht. Es war einfach traumhaft! Die Cuevas sind mit sehr viel Liebe zum Detail eingerichtet und man spürt einen Hauch des relativ nahen Afrikas, dessen Fan der Eigentümer zu sein scheint. Es herrschte dort eine so freundliche und persönliche Atmosphäre, dass wir uns einfach wohlfühlen mussten. Der Betreiber ist selbst begeisterter Offroader und stellte uns mehrere GPS-Tracks zur Verfügung, von denen wir einige gleich am nächsten Tag in Angriff nahmen. Was für eine Landschaft – beim Anschauen unserer Fotos möchten wir am liebsten gleich wieder starten. Allein die Sierra de Baza und Umgebung ist eine erneute Reise wert.

 

Von hier aus machten wir uns auf den Weg in Richtung Tabernas, einer wüstenähnlichen Landschaft in der Nähe von Almeria. Die Gegend von Tabernas hat auch ihren Reiz, jedoch war es dort lange nicht so ruhig und einsam. Die Gegend ist für ihre heute hauptsächlich touristisch genutzten Western-Filmkulissen bekannt und entsprechend viel Trubel herrscht dort.  Trotzdem waren die Pisten und Routen in der Gegend toll, für einen Offroader wie geschaffen.

Unsere weitere Route führte uns dann über Sevilla in Richtung Nationalpark Coto de Doñana in die Nähe von Huelva. Selbst im September waren dort schon unglaublich viele Vögel zu sehen. Es muß unvorstellbar sein, wenn dort erst mal abertausende nordeuropäischer  Zugvögel ihr Winterquartier beziehen. Selbst Stromleitungsmasten sind dort meist mehrstöckig mit Storchennestern bestückt. Augenscheinlich sind die Tiere in der Standortwahl ihrer Nester dort eher pragmatisch (wo ein Storchennest Platz findet, wird auch eines gebaut).

Eine Prise Pyrenäen, etwas Andalusien

 

Am südlichen Rand des Nationalparks Coto de Doñana liegt El Rocio, ein kleiner, aber weit über die Grenzen Spaniens hinaus, berühmter Wallfahrtsort. Dort wird die heilige Jungfrau von El Rocio verehrt. Alljährlich treffen sich dort über Pfingsten über eine Million Pilger. An der Wallfahrt nehmen über einhundert Bruderschaften aus Spanien und teilweise sogar aus dem Ausland teil. Im September war es dort wunderschön und ruhig, keine geteerten oder gepflasterten Straßen – nur Sand. Es herrschte wenig Verkehr, gelegentlich kreuzten Mofas oder Reiter unseren Weg. Überhaupt ist El Rocio ganz und gar auf Ross, Maultier und Esel eingestellt, vor fast jedem Haus gibt es den aus Western bekannten Balken zum Anbinden der Pferde. Wir fühlten uns wie in der Zeit zurück versetzt.

Eine Prise Pyrenäen, etwas Andalusien

 

Eine Prise Pyrenäen, etwas Andalusien

Nach unserem Besuch in El Rocio wandten wir uns mehr oder weniger heimwärts in Richtung Norden. Unser nächster Stopp war am Rio Tinto, einem Fluss, dessen Wasser farblich zwischen dunkelgelb, orange, tiefrot und schwarz aussieht. Übersetzt bedeutet Rio Tinto „roter Fluss“ – die Verfärbung lässt sich auf die Verwitterung von sulfidischen Schwermetallmineralen aus den dortigen Erzlagerstätten  zurück führen.  Besonders krass wirkte das Wasser im Gegensatz zu den verfärbten Steinen im Flussbett.

 

Von hier aus führte unsere Route zum Cabárceno Natural Park, dem größten Tierpark Europas. Das Areal des Parks ist sehr groß und am besten mit dem PKW zu durchqueren. Nicht an jedem Gehege hat man das Glück, die Bewohner auch tatsächlich zu sehen zu bekommen, denn die Tiere leben in sehr großzügigen Gehegen –  geradezu vorbildlich für einen Zoo. Der Park war ein schönes Erlebnis am Rande, ein Besuch dort ist durchaus zu empfehlen.

Ab der französischen Grenze nutzten wir meist wieder das Autobahnnetz für unsere Heimfahrt. Wie immer war unser Zeitfenster mal wieder viel zu kurz, besonders in den Pyrenäen und in Andalusien hätten wir gern mehr zeit verbracht. Aber wir kommen bestimmt irgendwann wieder…

Hasta pronto, España!

 

Eine Prise Pyrenäen, etwas Andalusien

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