Polen – Zwischenstopp Masuren

Lettland – mitten im Baltikum

22.09.2018 Kommentare (0) Reisen

Litauen – Ostsee, Wälder und Seen

Schon im Vorfeld unserer Reise durch das Baltikum hatten wir uns entschieden, diesmal keine Visa für Russland zu beantragen. Kaliningrad fanden wir 2015 nur bedingt interessant und Russland selbst wollen wir irgendwann nochmal länger bereisen. Also ging es nach unserer Anreise durch Polen nun weiter über die Grenze bei Bugzisko nach Litauen, dem südlichsten der drei Baltenstaaten. Von dort hielten wir uns nordwestlich, um den Oblast Kaliningrad herum, in Richtung Klaipeda.

Ein erster Abstecher führte uns zum Senovines technikos muziejus im kleinen Ort Smalininkai. Dieses kleine Museum wird von einem sehr netten älteren Herrn betrieben, dessen Sammelleidenschaft wahrscheinlich eines Tages einfach aus dem Ruder lief. Dieser Umstand führte dazu, dass nun zahlreiche Exponate der Nachwelt erhalten bleiben. Das Grundstück und die Ausstellungsräume wirken ziemlich rümmelig, aber man merkt dem Eigentümer seine Liebe und Leidenschaft an. Zu sehen gibt es jedwede Art von Technik, angefangen bei der Einrichtung einer Schmiede über die komplette Ausstattung eines Kino-Projektorraums, eine Bleisatz-Druckerei, zahlreiche elektrische Geräte aller Art und Sowjet-Relikte bis hin zu zahlreichen Fahrzeugen und Maschinen von etwa 1930 bis zum Beginn der 1990er Jahre. Chaotisch und faszinierend zugleich. Uns hat’s prima gefallen.

Weiter ging es Richtung Ostsee bis ans Ufer des Kurischen Haffs. Eigentlich hatten wir geplant, eine Nacht in der Nähe der ornithologischen Station an der Landspitze bei Ventės zu verbringen, das stellte sich aber leider als unmöglich heraus. Wir fanden dann aber etwa 1,5km weiter nördlich einen kleinen, scheinbar zu einem Hotel gehörenden Campingplatz direkt am Haff. Die Ausstattung des Platzes war einfach, aber in Ordnung und der Sonnenuntergang am Ufer unbezahlbar schön.

Den Plan, an nächsten Tag von Klaipeda aus per Fähre auf die Kurische Nehrung überzusetzen, begruben wir allerdings. Wohl vor allem der touristische Hype um Nida (Nidden) und das Thomas-Mann-Haus führen zu wahren Menschenmengen, die wir eigentlich am liebsten meiden. Auch die Tatsache, dass man auf der Nehrung nirgends frei stehen darf und so auf den einzigen (entsprechend teuren und überfüllten) Campingplatz angewiesen ist, hielt uns letztlich von einem Besuch ab. Als wir 2015 drüben waren, schien deutlich weniger los zu sein. Stattdessen trieben wir uns lieber in der wirklich sehenswerten Altstadt von Klaipeda (ehem. Memel) herum – das war beim letzten Besuch während der Rallye deutlich zu kurz gekommen.

Entlang der Küste führte unser Weg noch etwa zehn Kilometer nach Norden, dann zog es uns in Richtung Osten in die Wälder des Nationalparks Zemantija. Hier gibt es zahlreiche, von der Forst- oder Nationalpark-Verwaltung eingerichtete und instand gehaltene, rustikale Camp- und Picknick-Stellen mitten in der Natur, an denen es sich meist höchst angenehm frei stehen lässt. Oft gibt es sogar vorbereitete Feuerstellen und Brennholz, wegen des trockenen Wetters und der damit verbundenen Waldbrandgefahr war während unseres Besuchs aber leider jedes Feuer verboten. Wir erkundeten die Gegend rund um den Jezioro Plotele und hatten eine wirklich schöne, entspannte Zeit dort.

Litauen   Ostsee, Wälder und Seen

Eine Besonderheit, die man mitten im Nationalpark kaum erwartet, ist eine ehemalige sowjetische Raketenstellung aus dem Kalten Krieg. Vier Mittelstreckenraketen vom Typ SS-4 zielten von hier aus auf Westeuropa. Heute ist der Bunker mit den Silos ein Museum und Mahnmal.

Von Zemantija zog es uns dann durch kleine Orte, Wälder und Felder wieder in Richtung Küste und weiter nach Norden, nach Lettland.

Litauen   Ostsee, Wälder und Seen

Die wichtigsten Waypoints hier noch einmal auf der Karte. Es sind nicht alle Übernachtungsplätze des Trips enthalten – in Litauen gibt es reichlich nette Stellen, an denen man frei stehen kann und darf und auch an Campingplätzen mangelt es nicht.

 

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